Erfolgreicher Gamification Ansatz

Spielerisch Wissen vermitteln mit Gamification

Vermeintliche Wunderwaffen des Content Marketing gibt es zu Hauf. Wir stellen Ihnen das Konzept der «Gamification» vor, das wissenschaftlich belegt ist und in der Praxis die nötigen Ergebnisse liefert.

Bis spät in die Nacht einen Jass klopfen, mit Pokémon Go völlig neue Winkel des Heimatorts entdecken oder seinen persönlichen Highscore auf dem Nachhauseweg im Tram knacken: Der menschliche Spieltrieb ist ein mächtiges Content-Marketing-Tool und wird wissenschaftlich als Gamification bezeichnet. Klug umgesetzt, geht es darum, seine Kunden mit spieltypischen Elementen in einem spielfremden Kontext zu befähigen und so die Verbundenheit mit dem Unternehmen zu steigern. Der Gamification-Ansatz eignet sich hervorragend für Themen, bei denen ein Wissenstransfer vom Unternehmen zum Kunden im Zentrum steht.

Mehr Interaktionen dank Gamification

Die Erfolgsfaktoren von Gamification definiert Sebastian Deterding, UX-Designer und Computer-Spielforscher an der Universität Hamburg, wie folgt:

  • Eine spannende Herausforderung
  • Eine relevante Aufgabe für den User
  • Freiwillige Teilnahme

Deterding hat Gamification zum Thema seiner Doktorarbeit gemacht. «Punktesammeln als Belohnung reicht für einen erfolgreichen Gamification-Ansatz nicht aus», sagt Derterding. Ganz wichtig sei es vielmehr, dass die Spielherausforderung sich nicht abnutze – anders gesagt: Langeweile ist tödlich. So sollte beispielsweise in einem Quiz nicht immer «Antwort A» die richtige Lösung sein.

Der zweite zentrale Punkt des Gamification-Ansatzes ist die Nutzerzentriertheit. «Gamification ist für mich ein Verstärker, der User muss den tatsächlichen Nutzwert anerkennen», erklärt Deterding in einem Interview mit dem Magazin t3n. Und drittens ist die Freiwilligkeit entscheidend: Die Antwort zur Lösung einer Frage oder ein Gewinn dürfen nicht von seiner Teilnahme abhängig gemacht werden.

«Punktesammeln als Belohnung reicht für einen erfolgreichen Gamification-Ansatz nicht aus.»

Sebastian Deterding, UX-Designer und Computer-Spielforscher

Gamification: von der Theorie zur Praxis

Gamification fordert Content-Produzenten: Sie müssen Konzepte und inhaltliche Formate entwickeln, die sich an den erwähnten Kriterien orientieren. Dabei ist die Auseinandersetzung mit Personas und deren Bedürfnissen zentral. Um einen möglichst grossen Nutzen sowohl für User als auch für das Unternehmen zu erzielen, sollten sie Themenfelder identifizieren, die möglichst viele Kunden interessieren. Redact wendet dafür einen Methodenmix aus qualitativen User-Interviews, SEO-Analyse und Value Proposition Canvas an.

Wer diese Bedürfnisse aufspürt, hält einen strategischen Rohdiamanten in der Hand. Denn ein engagierter User bleibt länger auf der Website. Die längere Verweildauer signalisiert Google, dass es sich um einen relevanten Inhalt zu einem Thema handeln muss. Mit der richtigen SEO-Strategie führt dies längerfristig zu einer besseren organischen Suchmaschinenpositionierung des Inhalts.

Nicht zu unterschätzen: Ein befähigter User belohnt die Lösung seines Problems mit einem Like und teilt den Inhalt bestenfalls mit seinen Freunden. Schliesslich sollen auch sie von seinem Aha-Moment profitieren. Dies mündet in einem positiven Image-Transfer für Ihre Marke.

Dumm nur, dass Diamanten nicht wie Sand am Meer zu finden sind. Es lohnt sich deshalb, die Themen einer Gamification-Strategie genau zu analysieren und sauber aufzubereiten.

Content-Ideen mit Gamification

Das klingt alles ganz überzeugend – aber wo setzt man an? Damit sich der Einsatz von Gamification lohnt, sollte der Inhalt ein längerfristiges Problem oder Bedürfnis abdecken: «Schnellschüsse» sind kontraproduktiv. Unser Tipp: Nutzen Sie Gamification für die Loyalitätsphase Ihrer Customer Journey. Denn bestehende Kunden interessieren sich eher für Ihre Inhalte als potenzielle Neukunden. Ein bestehender Kunde ist bereits mit Ihnen vernetzt und entdeckt den Gamification-Inhalt über Ihren Newsletter, in der Timeline auf Social Media oder beim Stöbern auf Ihrer Website. Zudem können Sie Inhalte so konzipieren, dass die Problemlösung mit einem Folgekauf verknüpft. Gefällt der Inhalt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er mit Freunden geteilt wird. Das wiederum kann Neukunden zu einem Kauf animieren.

«Phishing-Bootcamp» für Swisscom

Für Swisscom haben wir eine Content-Marketing-Kampagne zum Thema Datensicherheit und sicheres Surfen umgesetzt. Das Problem der Swisscom-Kunden: Die Schweiz wurde 2019 vermehrt von Phishing-Angriffen heimgesucht, was zur Verunsicherung bei Userinnen und Usern führte.

Xenia Imbach

Über die Autorin

Xenia Imbach

Als Content-Strategin unterstützt Xenia Imbach Unternehmen in ihrer digitalen Transformation.

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